Orgel, Chor und Elektronik: Das Album Ark von Halls

 

Orgelmusik ist schwer und laut und kirchlich und altbacken und nervig. Ja, manchmal ist sie das tatsächlich mit ihren Pfeifen und ihrer einzigartigen Riesenhaftigkeit. Allerdings begeistert es mich auch ziemlich, dass ein kleiner Mensch mit seinen beiden Füßen und seinen zwei Händen so ein monströses Instrument bedienen kann und dabei kirchenfüllende Töne erzeugt. So gesehen bin ich mit der Orgel voll und ganz auf einer Wellenlänge.

Sam Howard ist 21, stammt aus London und scheint mit der Orgel ebenso auf ganz genau der gleichen Wellenlänge zu schweben. Im Internet kann man lesen, dass der junge Mann überhaupt nicht religiös ist. Seine Musik ist trotzdem stark von Klavier, Orgel, Hall und Chören geprägt. Teilweise wurde sie sogar in Kirchen aufgenommen. Aber warum nicht in der Kirche Musik machen, wenn sie den perfekten Hall bietet, dort eine Orgel rumsteht und Platz für einen Chor ist? Und warum nicht in einer Kirche improvisieren und komponieren, wenn dort das klassische Konzert, so wie wir es heute kennen, durch die gegenüber liegenden Emporen erst geboren wurde? Und so unmenschlich überwältigend wie der Klang einer Orgel ist, desto menschlicher sind Stimmen. Stimmen im Chor, seien sie nun in einer Kirche aufgenommen oder nicht.

Als ‚Halls‚ hat Sam Howard letztes Jahr sein Debütalbum ‚Arks‘ veröffentlicht.

hallsmusic.net


image © Sam Howard, Halls

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