Eine Künstlerin, die forscht und nebenbei Schönheit ein neues Zuhause gibt

Eigentlich ist es ja ganz einfach. Das zu nehmen, was schon da ist.
Was dem Klamottenbereich der Secondhand-Ladengänger ist, ist der Porzellanindustrie Kirstie van Noort. Bei der Herstellung von weißem Porzellan entsteht sechsmal soviel Zeug was man nicht will, als Zeug, was man tatsächlich will. Heißt: sechsmal soviel Müll wie Porzellan. Aus diesem Verhältnis, 6:1, hat Kirstie eine Kollektion gemacht. Neben den Zahlen zählen Struktur und Farbe des Mülls. Denn eine Landschaft mit Mine ist nicht mehr dasselbe wie eine Landschaft ohne Mine. Genau das interessiert Kirstie und diese Einflüsse möchte sie in ihren Kollektionen aus Porzellan beschreiben.

Dafür unternimmt sie Forschungsreisen in Landschaften, in denen Kupfer-, Zinn- und Porzellanindustrie betrieben werden. In einer anderen Kollektion – oder einem anderen Forschungsprojekt – mischt die Künstlerin verschiedene Materialien, die aus dieser Industrie stammen, zu eigenen Farbkompositionen an. Erst getrocknet, dann pulverisiert und mit Wasser verdünnt, können Tassen und Teller mit Materialien bemalt werden, die aus derselben Landschaft und dem selben Produktionsprozess stammen. Das, was den Minenlandschaften an Schönheit genommen wird, ist nicht einfach weg. Kirstie macht Farbe draus. Und die Schönheit der Landschaft findet ihren Ausdruck auf Porzellan.

kirstievannoort.nl

 

all images © Kirstie van Noort
inspiriert von waaterkant

Kommentar

  1. lisa sagt:

    Oh man, sie hat’s wirklich drauf! Wunderschöne Produkte.

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