Kultur als Software

Jedes Jahr, jeden Monat, jeden Tag werden wir von neuen Versionen überflutet. Ein neues Programm, das neue iPhone, dauernd sind wir am aktualisieren und downloaden.
Wozu brauchen wir Zeitung, das Internet ist schneller. Wozu brauchen wir Radio, Podcasts sind günstiger.
Wozu brauchen wir Fernsehen, Youtube ist überall. Und wozu braucht ein Autor einen Verlag, wenn es Leser gibt?

SZ-Redakteur und Autor Dirk von Gehlen will eine neue Version verfügbar machen. Eine neue Version von Kunst und Kultur. Er lässt sein Buch über  startnext finanzieren, bevor er angefangen hat, zu schreiben.
Und zwar von interessierten Otto Normalbürgern, von den zukünftigen Lesern. Schon diese Herangehensweise schafft eine neue Version von Kultur, ein digitalisierter Entstehungsprozess eines Buches.

In ‚Eine neue Version ist verfügbar‚ stellt sich Dirk von Gehlen die Frage, inwiefern die Digitalisierung Kunst und Kultur verändert. Seine These lautet: „Sie taut sie auf. Sie verflüssigt sie!“ Das Buch wird also beschreiben und schon jetzt selbst zeigen, wie Digitalisierung Filme, Musik und Bücher – sowie die Gedanken und Geschäftsmodelle dahinter – verändert. Der Autor setzt sich nicht nur theoretisch mit den Möglichkeiten, – vielleicht auch Hindernissen– die die Digitalisierung für Kultur schafft, auseinander, sondern probiert sie gleich am eigenen Leib aus.

Er denkt „Kultur als Software – als Prozess, nicht als Produkt.“

Das Buch entsteht in Versionen, die jeweils diskutiert werden sollen. Und zwar von denen, die sich für die Digitalisierung von Kunst und Kultur interessieren und das Projekt finanziell unterstützen. Sie bekommen die Inhalte des Projekts sowie exklusive Bücher und Poster geliefert und tragen so essenziell zum Entstehen der Endversion bei.

Das Buch erscheint im Mai 2013. Natürlich nicht einfach nur im Buchladen, sondern auch als eBook und in Unikatform.

Film: Tim Klimes
Konzept und Gestaltung: Squiech Design

 

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