Muller Van Severen

Die Fotografin Fien Muller und der Künstler Hannes Van Severen haben sich vor zwei Jahren für ein Projekt außerhalb ihres alltäglichen Wirkungskreises zusammen getan. Auf der Interieur Design Biennale in Belgien haben sie letzte Woche ihre Möbelkollektion vorgestellt. Das Thema der Interieur: Future Primitives.

Das Belgische Design Duo begann mit einfachen Grundformen, um diese in einem zweiten Schritt funktional für die Zukunft auszustatten. Zukunftsfähige Funktion trifft auf primitive Form: Future Primitives. Materialien, die einfach, aber trotzdem robust sind, Leder und Stahlrohr, unterstützen den Eindruck funktionaler Einfachheit, den die Möbelkombinationen vermitteln. Regale werden mit ledernen Sitzmöglichkeiten kombiniert, eine Lampe bahnt sich den Weg aus einem sowieso existierenden Stahlrohr. Existierendes scheint an Funktionalität zu gewinnen. Die Regalplatten bestehen aus dem Material Polyäthylen, welches in der Catering Industrie aus Hygienegründen genutzt wird. So steht jede Farbe in der Kollektion für ein Nahrungsmittel: Gelb für Geflügel, Blau für Fisch und Grün für Gemüse. Allerdings finde ich den Aspekt, seine Bücher auf einem Hygienebrett für Geflügelprodukte zu lagern, eher abschreckend.
Trotzdem erinnert die Farbgebung im Zusammenspiel mit den schwarzen Stahlrohren an die niederländische De Stijl-Bewegung, was mich den Hygiene-Farbaspekt wieder vergessen lässt. Eine asketische Darstellung von Funktionalität mit einem Farb- und Formenverständnis, das sowohl gestern, heute, als auch in der Zukunft funktioniert.

 

 

Beispiele aus der De Stijl-Bewegung

Theo van Doesburg
Rhythmus eines russischen Tanzes

Rot-Blauer Stuhl
Gerrit Rietveld, 1917

 

all images © Muller Van Severen
photos by Frederik Vercruysse
via dezeen

 

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