JUN / 2012
SEPT / 2015

1 | Das Produkt- und Architektur Design Studio Crosby ist in Moskau und New York angesiedelt. Hinter diesem hochglänzenden Stuhl steckt ein ziemlich entspannt aussehender Typ in ausgelatschten Vans. Sehr sympathisch. 2 | Tischchen wie Bienenwaben von Studio Ries aus Buenos Aires. 3 | Unglaublich schöne Objekte von Studio FICT aus Südkorea. 4 | Was schlichte und einfache Dinge wie diese Hängelampe so besonders macht, war Thema in diesem Buchtipp letzte Woche.

Mit Beton lässt sich so einiges anstellen. Das beweisen Matt und Shawna Heide mit Concrete Cat . 2007 haben die beiden das Label in Kanada gegründet. Inzwischen sind sie eine ganze Truppe von klugen Köpfen, die tagein, tagaus mit Beton arbeiten und ergründen, was sich so alles aus diesem einen Material herstellen lässt. Die Spannweite reicht von Skulpturen und Kunstobjekten über Architektur und Möbelstücke bis hin zu praktischen Alltagsgegenständen, wie einem Klopapier- oder einem Räucherstäbchen-Halter.

Das Interieur ist viel mehr als Design. Hinter der individuellen Einrichtung steckt viel mehr als Gemütlichkeit und mehr als Funktionalität. In Räumen drücken sich Persönlichkeiten aus. Und zu Zeiten von Fotografien auf Blogs, Pinterest und Tumblr werden diese Bilder von Einrichtungen veröffentlicht und geteilt. Sie zeigen Persönlichkeiten und sind eine Form der Selbstdarstellung. Das Private wird öffentlich.

Rasmus und Ida Linea Hildebrand sind Friends & Founders . Auch wenn der Name des Designduos ziemlich öde klingt, sind ihre Stücke umso spannender. Dänemark trifft hier auf Schweden und die Entwürfe dünsten skandinavische Designphilosophie nur so über den Bildschirm hinweg aus. Ganz sicher tragen aber auch die Fotos bei zu dem tollen Eindruck, den das Designduo macht. Wunderbares Licht, schillernd-dämmrige Abendstimmungen treffen auf kühl-erfrischende Schattierungen von Blau. Ich könnt mich nicht satt sehen und – jauchz-juhei, wie schön, dass es doch immer wieder neue famose Ideen mit den mindestens genauso tollen Menschen dahinter aufzustöbern gibt.

Der Katalog von Fogia hat mich gestern Abend so ein bisschen umgehauen. Den schwedischen Tradition-Möbelhersteller gibt es seit 1981. Ehrlich gesagt habe ich bis heute kein einziges mal davon gehört. Da sitzt man im Dämmerlicht so da, denkt sich nichts, wundert sich vielleicht bloß ein bisschen wie schnell die Luftfeuchtigkeit dem Gehirn dazu verhilft, sich in ein schön durchlässiges Sieb zu verwandeln und obwohl die Reaktionsdauer ungefähr vervierfacht ist, macht es plötzlich ganz schnell PLING und WOW.

Im Februar war ich in Leipzig. Das erste Mal. Da sind wir eines Sonntagnachmittags so rumschlawinert. Wollten nichts besonderes. Einfach nur rumlaufen. Hier und da ein bisschen rumsitzen, hier und da ein bisschen gucken. Da dieses alte Gebäude, wollen wir da mal rüber? Ne, eigentlich nicht. Warum eigentlich nicht? Vielleicht doch. Also sind wir rübergelaufen zu diesem Gebäude, einmal rein, einmal rum und dann standen wir vor der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Schönerweise ist das an solchen Tagen, an denen man nichts will – weder erreichen noch finden noch tun

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