Von schnellem Frühstück und Gemüse.

Zur Vorwarnung: Kooye wird kein Foodblog. Nein, dafür bin ich zu Spaghetti-Pesto-fokussiert. Das Variieren überlasse ich der lieben Lisa von That’s food darling, die mit ihren himmlischen Kreationen einfach immer genau meinen Geschmack trifft. Ich selbst gehe gern auf den Markt, allein schon weil es mein Ritual ist, ich das Gemüse dort frisch und lecker finde und ich außerdem einen Kalender habe, der mir anzeigt, wann was Saison hat. Die Begrenztheit und damit das Auskosten der Erdbeer-, Tomaten-, Spargel,- was auch immer-Zeit ist für mich kein Übel, sondern kostbar. Die Sommerferien dauern ja auch nicht das ganze Jahr über.

Aber jetzt nochmal zu mir und dem Markt. Letzten Samstag war ich also auf dem Markt und weil es auch immer so schön viel zu entdecken gibt, habe ich die Marktverkäuferin auf die mir bisher unbekannten gelben und pinkfarbenen Knollen in einer Kiste angesprochen. „Des isch gelbe und pinke Bete.“ Achso, ja klar. Ist ja logisch, dass die Natur sich mehr ausgedacht hat als nur Rote Bete, oder?
Ich nehm‘ also ein Bündel mit. Problematisch erscheint mir dabei, dass an den Knollen selbst, die ich für das einzig essbare halte, ungefähr nochmal das doppelte an Grünzeug hängt. „Des lass ich dran, da könne Sie einen Schmusie mitmache.“ Ich und Schmusie? Nö. Viel lieber esse ich das Obst und beiße rein, statt es mir unbewusst einzuflößen. Diese Art des Inhalierens bleibt Eigenart meines Kaffeekonsums. Aber weil ich gerade schon so abenteuerlustig drauf war (gelbe Bete!) und mir das Grünzeug im Gegensatz zu den Knollen so viel erschien, stimmte ich der netten Frau zu und ließ alles einpacken.

So landeten die Knollen mitsamt grünem Wuschelhaupt in meinem Kühlschrankfach. Und viel mehr passierte damit nicht, bis ich eines morgens in der Hektik keine einzige Scheibe Toast mehr vorfand. Todesmutig habe ich also zu einem Strunk Gelbe Beteblätter und einer überreifen Banane gegriffen und das ganze zusammen mit zwei Gläsern kaltem Wasser in den Mixer gekippt.

Hört sich weder elegant noch kreativ an aber: Es hat (wirklich!) lecker geschmeckt, ich hätte die Blätter nicht besser verwerten können und dazu ging’s auch noch super fix. Überhaupt keine geschmacklichen Anzeichen von Gras, Erde oder sonstigem grünem Übel.

Wahrscheinlich werde ich morgens bei meinem Marmeladenbrot bleiben und keine Wandlung zur grünen Waldfee vollziehen. Das ein oder andere Experiment kann aber finde ich nicht schaden. Emma von A beautiful mess hat auch noch einen wunderbaren Tip auf Lager: einfach Gemüse wie Spinat oder Rote Bete mit Wasser im Mixer pürieren und dann in Eiswürfelformen einfrieren – so hat man das Grünzeug morgens portionsweise ganz fix zur Hand und angenehm erfrischend wird’s so auch noch.

Für die meisten von euch wahrscheinlich nicht’s neues, aber vielleicht habe ich ja mit der Entdeckung der gelbfarbigen Beteblätter einen ganz besonderen Coup in Sachen Leckerheit und wenig Grasgeschmack gelandet.


Rezept:
Waldfeedrink oder Resteverwertung für alle, die eigentlich keine grünen Smoothies mögen

eine Handvoll grüne Blätter von der gelben (pinken oder roten) Bete
eine sehr reife Banane
Wasser

 

Fotos von a beautiful mess mit mehr Rezeptideen, die ich allerdings sicherlich ohne diverse Pulverchen anmischen würde:

all images © a beautiful mess

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