Winston Chmielinski

Winston Chmielinski isst gerne Früchte. Er malt nur mit Kontaktlinsen. Deshalb arbeitet er am liebsten morgens. Denn abends fallen ihm die Kontaktlinsen raus und dann muss er eine Brille anziehen. Er hasst es mit der Brille vor dem Gesicht zu malen. Wenn er dann aber morgens arbeitet und schon einen Kaffee getrunken hat, ist es schlecht. Denn wenn Winston Chmielinski Kaffee trinkt, hat er Lust Musik zu hören. Und wenn es zu diesem Punkt kommt, möchte er tanzen. So kommt alles zusammen, nur keine Gedanken zu einem Bild.

Ich glaube, so geht es Winston auch mit Farben. Wenn er mit Rot anfängt, schlängelt sich Blau in sein Bewusstsein und dann bekommt er Lust auf Grün. Und Grün schreit nach Gelb. Ein sich selbstorganisierender Plan, eine assoziative Schleife.

Winston hat eine Weile lang gebraucht, um laut zu sagen, dass es okay ist, zu malen. Dass es nicht stupid ist, sondern einfach okay. Performance , Video und Installation – oder alles gemischt – ist auch okay, aber eben nicht seins. Er malt mit Öl und Acryl und das ist seine Arbeit. Er ist ein Renaissance-Mann in einer zeitgenössischen Landschaft.

to just be a Renaissance man in a contemporary landscape.

(pas un autre, 27.2.12)

Manchmal legt er sich auf den Boden in der Mitte seines Ateliers und isst Obst. Dann streckt er seine Beine und Arme aus. Driftet ab. Und sobald er  an der Schwelle – wie an einer Felskante vorm Sprung ins kalte Meer – steht, ist das der Moment um wieder zu malen.

Studium: französische Sprache und Literatur, zeitgenössische französische Kunst, moderne Chinesische Literatur, Philosophie, kreatives Schreiben.
Inspiration: Egon Schiele, Jean Cocteau, Francis Bacon.

 

 all images © Winston Chmielinski

photos by Anabel Graham
via artnau

 

 

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